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Grünlandpflege und -sanierung

Ungünstige Bestände lassen sich u.a. durch Änderungen der Nutzungsintensität, Nachsaat und Düngemanagement vermeiden. Bei den Pflegemaßnahmen können prinzipiell drei Verfahren unterschieden werden: Übersaat, Nachsaat und Neuansaat. Kleinere Narbenschäden lassen sich dagegen bereits mit einer erhöhten Stickstoffgabe beheben. Den Erfolg Ihrer Maßnahme können Sie durch angepasste Nachbehandlung und Pflegemaßnahmen positiv beeinflussen.

Sanierungsmaßnahmen

Prinzipiell können drei Verfahren unterschieden werden:

 

Übersaat

Übersaat

Zur Pflege und Unterstützung intensiv geführter Bestände zum Erhalt einer leistungsstarken und widerstandsfähigen Grasnarbe. Unter Übersaat versteht man die Saatgutablage auf die unbearbeitete Bodenoberfläche des Grünlands. Die Maßnahme erfolgt ein bis mehrmals im Jahr in Kombination mit anderen Pflegemaßnahmen; Saatstärke 5–10 kg/ha. Der Bestand muss lückig (z.B. flachgezogene Mäusehaufen, Trittschäden u.a.) und nicht verfilzt sein, um den nötigen Boden kontakt zu erreichen. Technik: Kleegeige, Schneckenkornstreuer, Güllesaat, Getreidesämaschine (Schare hoch hängen), oder mit einer Striegelkombination.

Nachsaat

Nachsaat

Zur Verbesserung der Bestandeszusammensetzung und zur Erhaltung der wertvollen Anteile der Altnarbe, meist mittels „Durchsaatverfahren“. Als Nachsaat bezeichnet man die einmalige Saatgutablage (Saatstärke 20–30 kg/ha) direkt in den Boden mit Hilfe von Spezialgeräten. Die Saatgutausbringung erfolgt dabei durch flache Säschlitze, die mechanisch wieder geschlossen werden. Der alte Bestand sollte vor der Aussaat kurz abgemäht sein. Die Nachsaat erfolgt in Kombination mit Maßnahmen zur Reduktion unerwünschter Arten (häufig Gemeine Rispe, Quecke oder Unkräuter). Diese Reduktion kann mit Herbiziden oder mechanisch erfolgen. Bei hohen Anteilen von Gemeiner Rispe sollte der herausgearbeitete Filz (durch eggen bzw. striegeln) abgefahren werden, um ein Wiederanwurzeln der Pflanzen zu verhindern. Anschließend erfolgt die Saatgutausbringung.

Neuansaat

Neuansaat

Zur Neuanlage von Grünland mit sehr schlechten Altbeständen nach chemischer oder mechanischer Abtötung.

Der optimale Termin für Sanierungsmaßnahmen

Lücken, Auswinterung, Wild- und Mäuseschäden sowie Niederschläge geben den Termin vor - weniger das Quartal. Das Zurückdrängen von Ungräsern, wie z. B. der Gemeinen Rispe hat Vorrang.

Wir bieten die dazu passenden Nachsaatmischungen.

Pflegemaßnahmen

Die Über- oder Nachsaat wurde erfolgreich durchgeführt - jetzt gilt es, die Narbe zu pflegen und zu erhalten.

 

Walzen

Walzen

Um den Bodenschluss des Saatgutes herzustellen empfiehlt sich das Walzen quer zur Saatrichtung im Anschluss an die Aussaat.

  • Maximale Fahrtgeschwindigkeit: 5 km/h. Achtung bei feuchtem Boden: Rillen nur andrücken, nicht zuwalzen.
  • Technik: Profilwalzen (Ringel-, Cambridge- oder Prismenwalzen) ist besser als Glattwalzen.
  • Frühe Nutzung des folgenden Aufwuchses: Zur Vermeidung von Konkurrenz zwischen Alt- und Neubestand empfiehlt sich ein Schröpfschnitt bei ca. 15 cm Bestandeshöhe. Die Nutzungshöhe sollte mindestens 5 cm betragen.

Düngung

Düngung

Den folgenden Aufwuchs nach der Maßnahme bevorzugt mineralisch düngen (max. 30 kg N/ha) oder alternativ unmittelbar nach der Aussaat dünne Gülle ausbringen (max. 15 m³/ha; max. 5,5 % TS). Die Gülle sollte  nur auf trockenem Boden ausgebracht werden, da sonst die Gefahr von Verätzungen der jungen Keimlinge besteht. Pro Folgeschnitt ca. 30 - 50 kg N/ha, je nach Ertragserwartung. Generell gilt: Eine gute Versorgung mit Grundnährstoffen sowie eine verringerte N-Düngung verbessert die Erfolgschancen der Nachsaat.

Eine regelmäßige Bodenuntersuchung auf die wichtigsten Pflanzennährstoffe liefert die Grundlage für die Erstellung einer sowohl pflanzenbaulich als auch ökonomisch optimalen Düngeplanung. Die BayWa bietet in Zusammenarbeit mit der Bodengesundheitsdienst GmbH unter dem Namen OPTIFERT Check Bodenanalysen nach der EUF-Methode an.

Pflanzenschutz

Pflanzenschutz

Auflaufende Unkräuter sollten umgehend bekämpft werden. Oft ist ein früher Schröpfschnitt ausreichend. Ob zusätzlich eine manuelle Einzelpflanzenbekämpfung oder eine chemische Maßnahme nötig ist, liegt am Unkrautdruck. Für die Anwendung gelten die Richtlinien der „Guten fachlichen Praxis“.