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Ziel der Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen

Ziel ist es, mithilfe standort- und nutzungsangepasster Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen einen maximalen Ertrag zu erwirtschaften und eine hohe Grundfutterqualität zu sichern.

Mit zunehmender Düngungs- und Nutzungsintensität werden immer mehr wertvolle Pflanzenarten aus dem Bestand verdrängt. Durch hohe N-Gaben wird der Anteil an Leguminosen reduziert und es besteht die Gefahr der Ausbreitung von Kräutern und nitrophilen Pflanzen wie:

  • Ampfer
  • Bärenklau
  • Wiesenkerbel

Um eine Ausbreitung solcher Schadpflanzen zu verhindern und nachhaltig einen hohen Ertrag und eine hohe Futterqualität zu sichern, ist der Einsatz fachgerechter Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen zwingend notwendig.

Die Grünlanddüngung ist abhängig von:

  • Nutzungsintensität
  • Art der Nutzung (Wiese, Mähweide, Weide)
  • Standortverhältnissen, Klima, Zusammensetzung des Pflanzenbestandes
  • Nährstoffnachlieferungen

Im Gegensatz zum (mineralisierten) Stickstoff ist es für die Nährstoffe P2O5, K2O und MgO fachlich sinnvoll, eine Bodenuntersuchung durchzuführen und das Ergebnis in die Düngebedarfsermittlung mit einzubeziehen. Der Bedarf an Stickstoff wird maßgeblich von der Wasserversorgung, der Bodengüte und der Vegetationsdauer in Abhängigkeit von der Höhenlage beeinflusst.

Ermittlung Düngebedarf

Die verschiedenen Nutzungsfomen des Grünlandes beanspruchen die Böden unterschiedlich intensiv. In der Tabelle finden Sie aufgeschlüsselt nach Anzahl der Nutzungen und Wiesentyp die jeweilige Nährstoffabfuhr von Phosphor, Kalium und Magnesium. Nach dieser Aufstellung können Sie einschätzen, welche Nährstoffmengen durch die Nutzung des Grünlandes abgefahren werden.

Bei der Ermittlung des genauen Düngebedarfs ist die Kenntnis über die Nährstoffgehaltsklasse Ihres Bodens wichtig. In welche Klasse eine Grünlandfläche einzuordnen ist, kann mittels einer Bodenuntersuchung herausgefunden werden. Nach den Ergebnissen der Untersuchung kann der Boden in die Klassen eingeteilt werden.

Der endgültige Düngebedarf richtet sich nach diesen Klassen. Entsprechend dem Nährstoffgehalt im Boden fällt die Düngung mehr oder weniger hoch aus.

Anzustreben ist die Gehaltsstufe C. Hier entspricht die Düngung genau der Abfuhr durch die Nutzung des Grünlandes.

Nährstoffentzüge

Düngung mit Wirtschaftsdünger

Bei der Ausbringung von Wirtschaftsdünger sind zunächst die gesetzlichen Regelungen zu beachten. Laut der Düngeverordnung dürfen max. 170 kg N/ha ausgebracht werden.

Außerdem sind folgende Kriterien für eine erfolgreiche und angepasste Gülledüngung wichtig.

Dünne Gülle mit max. 6 % TM ausbringen:

  • Wasser bindet Ammoniak
  • Abgasung wird reduziert
  • Gülle läuft besser von den Pflanzen ab
  • Dringt besser in den Boden ein

Witterung und Boden:

  • Keine Ausbringung bei heißer, trockener Witterung
  • Keine Ausbringung bei starker Luftbewegung
  • Gülle nur ausbringen, wenn Boden befahrbar und aufnahmefähig

Pflanzenbestand:

  • Je höher der Bestand, desto fließfähiger muss die Gülle sein
  • Die Gülle sollte unmittelbar nach der Nutzung des Bestandes ausgebracht werden

Ausbringmängel und -technik:

  • Pflanzenbedarf beachten
  • pro Gabe max. 20 m³/ha
  • Bodennahe Ausbringung
  • Ausbringung auf möglichst kurze Bestände

Kalkdüngung im Grünland

Um einen standortgerecht zusammengesetzten und leistungsfähigen Grünlandbestand zu erhalten ist ein optimaler pH-Wert anzustreben. Dieser hat einen Einfluss auf die Zusammensetzung des Grünlands und beeinflusst somit den Futterwert. Der optimale pH-Wert liegt je nach Bodenart zwischen 5 und 6,5. Zudem treten durch Auswaschung, Pflanzenentzug (v.a. Leguminosen und Kräuter), Neutralisation, Ernteentzüge und physiologisch saure Dünger jährliche Kalkverluste in Höhe von 200-300 kg CaO/ha auf. Diese müssen durch eine gezielte Kalkdüngung ausgeglichen werden. Daher ist auch bei optimalen pH-Werten ca. alle 4 Jahre eine Erhaltungskalkung in Höhe von 400-800 kg CaO/ha notwendig. Ist der pH-Wert schon zu weit abgesunken muss eine Gesundungskalkung mit höheren Kalkmengen vorgenommen werden.

Erfolgt eine Bodenuntersuchung mit OPTIFERT Check auf Basis der EUF-Methode, so weist diese Untersuchungsmethode direkt für Calcium und sechs weitere Nährstoffe, neben den auf die CAL-Methode umgerechneten Gehaltsstufen (A-E), auch eine konkrete Kalk-Düngeempfehlung in kg/ha CaO auf.

Kalkdünger ist nicht gleich Kalkdünger. Herkunft, Kalkform und Zusammensetzung der einzelnen Dünger sind recht unterschiedlich. Gerade bei kohlensaurem Kalken ist die Mahlfeinheit das entscheidende Qualitätskriterium. Je feiner die Vermahlung ist, umso schneller ist die Wirkung: Bei gleichem Vermahlungsgrad wirkt Ca-Oxid schneller als Ca-Carbonat und dieses schneller als Ca-Silikat.

Es enthalten z. B.:

Branntkalk75 - 90 % CaO; einziger aktiver Kalk
Kohlensaurer Kalk85 - 95 % CaCO3, entspricht 74 -53 % CaO
Kohlesaurer Magnesiumkalk85 - 95 CaCO3 + MCO3, entspricht 47 - 53 % CaO
Konverterkalk43 % CaO in silikatischer Bindungsfom mit Kieselsäue, Magnesium und Spurennährstoffen

 

Für die Grünlandkalkung eignen sich milde und langsam wirkende kohlen- oder kieselsaure Kalke. Bei Magnesiummangel bietet sich auch ein kohlensaurer Magnesiumkalk an. Branntkalk eignet sich wegen der Ätzwirkung weniger auf dem Grünland.

Die Kalkdüngung verbessert durch die optimale Bodenreaktion die Nährstoffverfügbarkeit für wertvolle Futterpflanzen und vermeidet somit Nährstoffmängel im Grundfutter und im Boden.
Die Kalkung in Grünland kann ganzjährig erfolgen. Dabei sollte auf die Befahrbarkeit der Flächen geachtet werden. Ein geeigneter Zeitraum hierzu ist die arbeitsärmere Zeit im Herbst und Winter bzw. zu Vegetationsende.

Schwefelversorgung im Grünland

Zur mineralischen Andüngung des Grünlandes im zeitigen Frühjahr und als Ergänzung zu organischen Düngern haben sich besonders Stickstoff-Schwefel-Dünger bewährt. Idealerweise besitzen diese eine schnell wirksame N-Komponente und wasserlöslichen und somit sofort pflanzenverfügbaren Schwefel. Somit wird neben dem Stickstoffbedarf besonders auch der frühe Schwefelbedarf, bei noch nicht eingesetzter S-Mineralisation zu Vegetationsbeginn, abgedeckt. Der Rohproteingehalt des Grundfutters kann auf diese Weise positiv beeinflusst werden.

Es können z. B. folgende Stickstoff- und Schwefelhaltige Dünger zum Einsatz kommen:

  • InnoFert Star (24 % N, 6 % MgO, 10 % S)
  • ASS (26 % N, 13 % S)
  • Yara Bela Sulfan (24 % N, 6 % S)

Magnesium- und Kaliumdüngung

Die Nährstoffentzüge von Grünland werden oft unterschätzt und müssen durch eine gezielte Düngung wieder ausgeglichen werden. Durch den Einsatz von Wirtschaftsdünger kann ein Großteil der Nährstoffe zwar wieder rückgeführt werden, jedoch kann z. B. der gesamte Kalibedarf nur sehr selten rein über Wirtschaftsdünger abgedeckt werden. Ähnliche Versorgungslücken können bei Magnesium, Schwefel und Natrium entstehen. Magnesiummangel im Futter senkt die Magnesiumwerte im Blut, wodurch bei Wiederkäuern Weidetetanie (Muskelverkrampfung) ausgelöst werden kann. Ebenfalls ist ein enges K:Na-Verhältnis (20:1) im Futter notwendig, da ansonsten die Kuh durch eine erhöhte Hormonproduktion (Aldosteron) einen Ausgleich schaffen muss. Aldosteron steuert hauptsächlich die Fruchtbarkeit und fehlt dann als Fortpflanzungshormon, was zu Fruchtbarkeitsstörungen führen kann. Zudem ist die Aufnahme von Natriumchlorid aus der Beifütterung mit z. B. Mineralfutter oder Lecksteinen physiologisch begrenzt.

Magnesia-Kainit reichert Natrium im Futter an und verbessert somit das K:Na-Verhältnis. Die gleichzeitige Aufnahme von Natrium und Chlorid durch die Pflanze fördert die Schmackhaftigkeit und somit die Grundfutteraufnahme, was zu einer höheren Milchleistung führen kann. Chlorid verhindert außerdem eine übermäßige Nitratanreicherung im Futter, was u. U. zu einer Nitritanhäufung im Blut führt und die Tiergesundheit beeinträchtigt.

Auf eine ausgewogene Grünlanddüngung mit Magnesium, Kalium und Natrium ist deshalb zu achten.

 

Dünger

Nährstoffgehalt in %

Magnesia-Kainit

 

11 % K2O
5   % MgO
20 % Na
4   % S

 

Korn-Kali40 % K2O
6   % MgO
3   % Na
4   % S

Ampferbekämpfung - Grundlagen und Einsatzzeitraum

In mit Ampfer durchsetzten Beständen sollte vor der Grünlandnachsaat eine selektive Ampferbekämpfung durchgeführt werden. Dabei werden die besten Erfolge auf Sämlingsampfer und Altpflanzen im Herbst erreicht. Hier lagert der Ampfer verstärkt Wirkstoff in das ausgedehnte Wurzelwerk ein. Die beste kleeschonende Ampferbekämpfung erfolgt über 45 g/ha Harmony SX. Harmony SX sollte nicht im Ansaatjahr eingesetzt werden.
Eine weitaus breitere, dafür aber nicht kleeschonende Unkrautbekämpfung mit sehr guter Ampferwirkung ist mit 2,0 l/ha Simplex zu erzielen. Simplex kann während der Vegetationsperiode von April bis September während der aktiven Wachstumsphase der Unkräuter angewendet werden. Eine Flächenbehandlung darf nur auf Flächen mit dauerhafter Weidenutzung oder nach dem letzten Schnitt erfolgen. Keine Schnittnutzung (Gras, Silage oder Heu) im selben Jahr nach der Anwendung! Nach Einzelpflanzenbehandlung oder Rotowiper-Einsatz ist eine Schnittnutzung möglich. Vor der Anwendung von Simplex ist die Gebrauchsanleitung zu beachten, insbesondere zur Verwendung des Futters sowie die Hinweise zu Gülle, Mist, Jauche, Kompost und Biogas-Gärresten (WP 681 - 685).

Möglichkeiten der Altnarbenabtötung und Neuansaat

Neuansaaten sind nur bei völlig entarteten Beständen mit Aussaatmengen von 30 – 40 kg/ha zu empfehlen. Nach Abspritzen der Altnarbe erfolgt die Einsaat oft mit speziellen Direktsämaschinen. Zum Zeitpunkt der Altnarbenabtötung sollte möglichst wenig abgestorbenes Material auf der Oberfläche liegen, da daran haftendes Totalherbizid die Keimlinge der Ansaatmischung bei Direktsaat schädigen kann. Der Wirkstoff wird auf abgestorbenem organischem Material nicht metabolisiert. Besonders stark tritt der Effekt bei Geräten mit nichträumender Saatfurche auf, wenn organisches, abgestorbenes Material direkt im durch die Säscheibe geöffnetem Schlitz liegt.