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Teilflächenspezifische Maissaat im Praxistest

Zum zweiten Mal führte Planterra in Zusammenarbeit mit dem Agrarsoftwarehersteller FarmFacts die teilflächenspezifische Aussaat von Mais im Praxisanbau durch. Die FarmFacts Akademie stand für lösungsorientierte und individuelle Smart Farming-Beratung zur Seite. Schwerpunktgebiet für die Versuche war Niederbayern. Eingesetzt wurde NEXT Farming, die neue cloudbasierte Software-Lösung aus dem Hause FarmFacts.

 

Aufbau des Praxistests

 

Auf dem Feld kamen ein Fendt 516, ausgerüstet mit einem RTK-Lenksystem, sowie das Maissägerät Horsch Maestro 8.75 CC mit Düngerfronttank Partner 1600 FT zum Einsatz. Beide Maschinen sind über ISO-Bus verbunden und mit VRC (Variable Rate Control) sowie SC (Section Control) ausgerüstet. So kann während der Fahrt die Aussaatmenge variiert werden. In NEXT Farming, einer Internetanwendung der FarmFacts, konnten die Landwirte Ihre Maisfelder einzeichnen. Nach einer Analyse mit Hilfe von Satellitenbildern bestimmten dann die Sortenspezialisten der BayWa für jede Stelle im Acker die richtige Saatmenge. Die fertigen Applikationskarten wurden schließlich von den Landwirten in NEXT Farming noch einmal gesichtet und dann über Funk direkt auf den Schlepper übertragen.

 

Zielsetzung

 

Hintergrund der variablen Saatstärken sind unterschiedliche Ertragspotentiale innerhalb eines Feldes. Waren diese Unterschiede bisher schwer und teuer zu bestimmen, eröffnet die Fernerkundung über Satellit heute allen Betrieben die Chance zu dieser neuen Technik. Die FarmFacts liefert sogenannte „Talking Fields“ Ertragspotentialkarten, die aus Satellitendaten von bis zu zehn Jahren berechnet werden. Je nach Ertragspotential braucht nämlich jede Sorte eine ganz bestimmte Pflanzenzahl/qm, um die höchste Leistung zu erbringen. Ist die Saatstärke auf schwachen Standorten zu hoch gewählt, wird die Konkurrenz unter den Pflanzen zu groß für den optimalen Ertrag. Steht der Bestand auf guten Stellen zu dünn, können die Pflanzen das reiche Angebot an Nährstoffen und Wasser nicht vollständig nützen. Durch die richtige Veränderung der Saatstärke während der Fahrt wird die optimale Bestandsdichte für jede Stelle im Acker sichergestellt. So ergeben sich aus den TF-Karten Karten dann „Applikationskarten“ für die Aussaat.

Der Sortenwahl kommt hierbei eine sehr große Bedeutung zu. Exakte Kenntnisse zur  optimalen Bestandesdichte, sowie über die Reaktion der Sorten auf dichte und dünne Saaten, Lagerneigung usw. sind Grundvoraussetzung für den effektiven Einsatz der teilflächenspezifischen Saat. Im BayWa Versuchswesen finden diese Prüfungen statt, wodurch die BayWa Pflanzenbauberater individuell nach Standort und Heterogenität die optimale Sorte mit ihrer Saatstärke empfehlen können. Maissorten von Planterra unterziehen sich dieser intensiven Prüfung und sind somit zur Empfehlung für dieses System geeignet.

 

Ergebnis

 

Im einmaligen Verbund aus Satellitenanalysen und NEXT Farming von FarmFacts einerseits und der richtigen Landtechnik und dem Sortenwissen der BayWa andererseits können Erträge weiter optimiert werden. Die bisherigen Ergebnisse deuten im Schnitt auf Mehrerträge von 5 bis 7% hin. Je nach Jahr und Standort, können diese Werte aber auch noch übertroffen werden.

Erleben Sie jetzt die teilflächenspezifische Aussaat von Mais!

Die Sorten

ES EUROJET (ca. S210 ca. K210):

Hohe Leistungen auf unterschiedlichsten Standorten sowie beste Ergebnisse in diversen Prüfungen machen ES EUROJET zu einem vielversprechenden Testkandidaten
Mehr über ES EUROJET erfahren

 

PM PAOLO (ca. S240):

Mit Top-Erträgen bei unterschiedlichsten Bedingungen ergänzt der mittelfrühe Silomais das Testsortiment.
Mehr über PM PAOLO erfahren

Die Technik

Der Fendt Traktor war mit einem RTK-Lenksystem ausgerüstet. In Kombination mit dem sogenannten Section-Control-System bildete dieses Gespann die technische Ausstattung für die teilflächenspezifische Bearbeitung. Die Sämaschine Maestro 8.75 CC arbeitete mit dem System VRC (Variable Rate Control welches eine Veränderung der Saatstärke während der Fahrt erlaubte. Kernelement war dabei der elektrische Säantrieb.

Die Zielsetzung

Ziel des Projektes ist, die Auswirkungen einer teilflächenspezifischen Aussaat zu untersuchen.

Die optimale Platzierung des Saatgutes führt zu:

  • Verringerung der Lagerneigung
  • Bester Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen
  • Maximalem Ertrag pro Schlag

Vorgehen

Im Vorfeld der Projektdurchführung wurden für den gewählten Schlag Applikationskarten erstellt. Diese sogenannten Talking-Fields-Karten (TF) wurden mit Hilfe von NEXT Farming, der Software für intelligente Betriebsbewirtschaftung, angefertigt. Die TF-Karten wurden auf Basis von Biomassepotenzialkarten durch Satelliten ermittelt. Unterteilt wurde in fünf Ertragszonen. Diese wurden als „Kacheln“ mit verschiedenen Farben gekennzeichnet. In Zusammenarbeit mit der BayWa Pflanzenbauberatung wurden diesen Ertragszonen je nach Sorte und Verwendung unterschiedliche Saatstärken im Bereich von 6 bis 11 Körnern/m² zugeordnet.
Diese TF-Karten wurden anschließend drahtlos auf das Terminal des Traktors aufgespielt.

Mittels GPS wurde die Position der Zug- und Sämaschine auf dem Schlag bestimmt und je nach Kachel – und somit Bodenbeschaffenheit – mehr oder weniger Saatgut ausgebracht. Dies geschah durch eine elektronisch gesteuerte Vereinzelung an den Säkästen. Diese Technik bot auch die Möglichkeit einer automatischen Reihenabschaltung, z. B. für die Saat im Vorgewende.

Die Bonitur der Flächen zeigte deutlich die variablen Bestandesdichten entsprechend der TF-Karte.